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Rezensionen

Hochrhein

Die Region neu ins Bewusstsein bringen

Willi Adam · Badische Zeitung, Kreis Lörrach · 30. Oktober 2017

In seinem Buch „Hochrhein“ zeigt der Lörracher Fotograf Johann Schmieder die Gegend mit herrlichen Aufnahmen.

LÖRRACH. Auf der Landkarte sieht die Sache ziemlich eindeutig aus: Von Stein, wo der Rhein aus dem Bodensee tritt, bis nach Basel, wo der markante Knick das Wasser nach Norden lenkt, fließt der Strom im Großen und Ganzen von Ost nach West. Hochrhein heißt dieser geografisch klar begrenzte Abschnitt, der heute in der alltäglichen Erfahrung der Menschen allerdings kaum mehr als Einheit wahrgenommen wird. Ein Bildband von Johann Schmieder aus Lörrach möchte nun die Hochrhein-Region als zusammenhängenden Erlebnisraum wieder neu ins Bewusstsein bringen.

Das Gebiet am Fluss gliedert sich auf deutscher Seite in die Landkreise Lörrach, Waldshut und Konstanz. In der Schweiz tangiert der Hochrhein noch mehr Verwaltungseinheiten, die Kantone und Halbkantone Basel, Basel-Land, Aargau, Zürich, Schaffhausen und Thurgau. Zusätzlich verzwickt wird die Situation noch dadurch, dass der Rhein nicht überall die Grenze ist. An mehreren Stellen im östlichen Teil des Hochrheins greifen die Schweizer Gebiete nach Norden über den Fluss, der Kanton Schaffhausen trennt sogar die deutsche Hochrheinregion in zwei Teile.

Was heute sehr heterogen wirkt, war historisch schon eher eine Einheit. Das Gebiet war Vorderösterreichisch geprägt – angesichts der Nähe zum nur wenig südlich liegenden habsburgischen Stammsitz leicht zu erklären. Erst die Neuordnung Europas durch Napoleon und den Wiener Kongress sorgte für die heutige Situation. Besonders gut lässt sich das an der Stadt Laufenburg festmachen, die nach 500 Jahren gemeinsamer Geschichte getrennt wurde in einen deutschen beziehungsweise badischen Teil und ein größeres, dem Kanton Aargau und somit der Schweiz zugeschlagenes Stadtgebiet.

Besonders hart traf es den Ort Kaiserstuhl

Weiter östlich traf die europäische Neuordnung den Ort Kaiserstuhl ziemlich hart. Mit der Auflösung des vorderösterreichischen Bistums Konstanz verlor Kaiserstuhl Anfang des 19. Jahrhunderts die gesamte rechtsrheinische Fläche, mithin fünf Sechstel des Stadtgebiets, weshalb das schmucke alte Städtchen bis heute die kleinste Schweizer Gemeinde ist.

Eine weitere historische Gemeinsamkeit des Hochrheins war seine Bedeutung als Verkehrsweg. Vor allem Salz wurde innerhalb des Einflussbereichs der Habsburger vom Salzkammergut über den Bodensee und den Rhein nach Westen geschafft. Orte wie Schaffhausen und Laufenburg, die an Stromschnellen liegen oder lagen, dienten zum Ausladen und wieder Beladen ein Stück flussabwärts. So wurden sie zu Handelszentren.

Den Kulturraum über die Optik schmackhaft machen

Doch Johann Schmieder ist kein Historiker, der die Geschichte eines Auseinanderdriftens nacherzählen will. Schmieder geht die Sache vor allem als Fotograf an, der sich schauend und staunend durch die Region bewegt. Die „165 Regio-Entdeckungen zwischen Basel und dem Schaffhauserland“, wie das Buch mit dem schlichten Namen „Hochrhein“ im Untertitel heißt, will den alten Landschafts- und Kulturraum vor allem über die opulente Optik schmackhaft machen. Johann Schmieder zeigt in herrlichen Aufnahmen landschaftliche Besonderheiten ebenso wie geschichtliche Orte, Burgen, Schlösser, Klöster und Bürgerhäuser. Auch die Technik, die das Hochrheintal in seiner heutigen Anmutung geprägt hat, spart Schmieder nicht aus. Der gelernte Ingenieur gewinnt den Kraftwerken verständlicherweise ein erstaunliches Maß an Ästhetik ab. Und natürlich werden immer wieder Weingüter vorgestellt, denn sie bringen den Charakter der Landschaft ins Glas.

Auch sehr unbekannte Ecken geraten ins Blickfeld

Wie schon mit seinem Buch über Lörrach und Riehen und vor allem mit dem Band über das Markgräflerland erprobt, verbindet Schmieder die Opulenz eines Bildbandes mit nützlichen Informationen. Das Prinzip ist einfach: Die Fotos sollen Appetit aufs eigene Erleben machen, was dann mit den Informationen aus den kurzen Texten sehr leicht möglich ist.

Diese Regio-Entdeckungen hat Schmieder erst einmal selbst unternommen. Dabei hat er nicht nur die bekannten Kultur- und Naturschätze gehoben und aus deutscher Perspektive auch sehr unbekannte Ecken der Schweiz ins Blickfeld gerückt. Auch ein paar vergessene und verdrängte Geschichten ruft Schmieder in Erinnerung. So verfügte das östliche Hochrhein-Gebiet über größere jüdische Gemeinden – Gailingen ist auf der deutschen Seite bekannt und Lengnau war einst eine der wenigen jüdischen Gemeinden der ganzen Schweiz. Aber wer hätte das gewusst: Die Familie Guggenheim, die später nach Amerika auswanderte, im Rohstoffhandel reich wurde und auf die das Guggenheim-Museum zurückgeht, stammt vom Hochrhein. Spuren davon finden sich auf dem jüdischen Friedhof von Tiengen.

Hochrhein

Den Hochrhein raufstromern

Eva Wanner · Andelfinger Zeitung, Weinland, Seite 8 · 26. Januar 2018

REGION «Hochrhein» heisst das Buch von Johann Schmieder, das dem Gewässer von Basel bis Stein am Rhein entlang führt. Der Autor gibt Ausflugstipps und erzählt Historisches und Aktuelles – auch über Stationen im Weinland.

Ja, richtig, flussaufwärts geht die Reise von Johann Schmieder. Vom Rheinknie in Basel bis nach Stein am Rhein; in diesem Abschnitt heisst das Gewässer «Hochrhein». Warum Johann Schmieder gerade dieses Gewässer als Thema eines seiner Bücher der Reihe «Regio-Entdeckungen» gewählt hat, erklärt der ehemalige Ingenieur so: «Da ich zwar seit rund 35 Jahren in der Region lebe – ursprünglich Wiener, jetzt Lörracher – aber während meiner Berufszeit nie Zeit und Gelegenheit hatte, das nähere Umfeld zu erkunden, habe ich das nun zur Ruhestandsbeschäftigung gewählt.»

Er findet den Hochrhein besonders spannend, da er «sowohl landschaftlich wie auch historisch ein spannender Kulturraum ist, über den es aber nur sehr wenige aktuelle und zusammenhängende Darstellungen gibt». Um diese Lücke zu füllen, machte er sich auf die Reise durch sechs Schweizer Kantone und drei deutsche Landkreise.

Das Werk «Hochrhein» lebt stark von den Fotografien. Die hat Johann Schmieder mit ganz wenigen Ausnahmen selbst gemacht. Nicht minder wichtig aber sind die kurzen Beschreibungen der 165 Ortschaften und Stationen: «Ich habe über einige Monate die Gegend erkundet, die Orte besucht und viele Gespräche, beispielsweise mit Stadtarchivaren, geführt», sagt der Autor. So liest sich «Hochrhein» denn auch wie ein Reiseführer. Kurze Beschreibungen von Städten, Öffnungszeiten von Museen, aber auch historische und aktuelle Begebenheiten sind darin zu finden.

Landschaftlich gefällt Johann Schmieder am besten die Strecke von Eglisau bis Rheinau, weil sie am ursprünglichsten sei. Wo der Hochrhein auf dieser Länge durchführt? Unter anderem vorbei am Naturzentrum Thurauen in Flaach mit Abstecher in die Greifvogelstation Berg am Irchel, und an Rheinau mit seinem Kloster. Nach diesem Abschnitt widmet sich das Buch dem Rheinfall und dem Schloss Laufen. Wer gespannt ist, wo der Hochrhein ausserhalb des Weinlands sonst noch hinführt – sei es flussauf- oder -abwärts – für den ist «Hochrhein – 165 Regio-Entdeckungen zwischen Basel und dem Schaffhauserland» das Richtige.

Hochrhein

Stromaufwärts entdecken

Ramona Pfund · Schaffhauser Bock

BUCH – Was bietet der Hochrhein westlich von Eglisau? Dieser Frage können Interessierte im Buch «Hochrhein» von Johann Schmieder auf den Grund gehen.

Schaffhausen. Wer den Rhein kennt, weiss: Der Hochrhein ist wohl der schönste und vielfältigste Abschnitt des ganzen Stroms. Das dachte sich auch Johann Schmieder, der deutsche Autor des Buchs «Hochrhein». Es erschien im vergangenen Juli in der Reihe seiner «Regio-Entdeckungen» und hält 165 Ausflugstipps, Infos zu Sehenswürdigkeiten und Erläuterungen zur Region zwischen Basel und dem Schaffhauserland bereit.

Der Hochrhein in fünf Etappen

Übersichtlich gliedert sich das Buch in fünf Kapitel, die je einen Abschnitt des Hochrheins beschreiben. Er reist stromaufwärts, da er «Flussfahrten stromaufwärts einfach beschaulicher als andersrum» findet. So kommt die hiesige Region erst ab Kapitel vier zur Sprache, beginnend mit dem Städtchen Eglisau. Interessant für Ausflüge sind allerdings die Kapitel davor, denn sie ermöglichen einen schönen Blick über den Tellerrand hinaus: Mit dem Velo, dem öffentlichen Verkehr oder dem Auto gibt es entlang des Rheins viele kleine und grosse Perlen zu entdecken. Johann Schmieder schreibt im Buch jeweils kurz etwas Geschichtliches oder andere wissenswerte Details und beantwortet dann die Fragen «Was? Wann? Wo?» – das hilft bei der Ausflugsplanung.

Zudem bleibt der Autor nicht nur direkt am Rhein, sondern reist ein bisschen ins Land hinein. So ist beispielsweise in der hiesigen Region auch der Beringer Randenturm oder das dortige Ortsmuseum vertreten. Einfache Karten ermöglichen einen raschen Überblick, wer aber Weg und Umgebung vorab etwas genauer inspizieren möchte, muss sich zusätzlich anderweitig informieren.

Das Buch ist mit vielen grosszügigen Fotos aus den verschiedenen Jahreszeiten illustriert. Meist sind es tolle Aufnahmen, einige sind leider qualitativ nicht für den Druck in einem solch hochwertigen Band geeignet. Ausserdem wünschen die Lesenden sich hie und da eine Bildlegende, um das Dargestellte auf den Fotos richtig zu interpretieren. Da es die erste Auflage ist, werden auch die Schreibfehler verziehen. Sie hindern die Interessierten nicht daran, die Erkundung weiterer Teile des Hochrheins zu planen, wofür das Buch sehr gut geeignet ist.

Markgräflerland

Johann Schmieder liefert mit seinem neuen Buch „Markgräflerland“ reichlich Futter für Erkundungen in der Region

Alexander Huber · Badische Zeitung, Redaktion Müllheim

MARKGRÄFLERLAND. Das schöne Markgräflerland reizt Autoren wie Fotografen, und so gibt es inzwischen keinen wirklichen Mangel mehr an Büchern, die sich der Region aus verschiedenen Perspektiven nähern. Die Neuerscheinung mit dem schlichten Titel „Markgräflerland“ aus der Feder und Kamera des Lörrachers Johann Schmieder ist dennoch eine echte Empfehlung für das Bücherregal jedes Regio-Liebhabers – ein kompaktes, umfassendes und höchst informatives Handbuch.

Hat er etwas vergessen? Diese Frage schießt beim Blättern durch Johann Schmieders Band auch demjenigen durch den Kopf, der meint, das Markgräflerland ganz gut zu kennen. Tatsächlich formuliert der aus Wien stammende, seit mehr als 30 Jahren in Lörrach lebende Unternehmensberater im Ruhestand durchaus einen Anspruch auf Vollständigkeit. 160 Regio-Entdeckungen zwischen Basel und Freiburg hat Johann Schmieder in seinem Buch gesammelt – Orts- und Landschaftsbilder, Kapellen und Kirchen, Schlösser, Burgen, Museen und noch mancherlei mehr.

Der Band besitzt aufgrund der bis auf wenige Ausnahmen von Schmieder selbst geschossenen Fotos, die durch eine völlig ungekünstelte Klarheit bestechen, unzweifelhaft auch ästhetische Qualitäten. Hervorzuheben aber ist vor allem der pragmatische und systematische Ansatz, den der Autor seinem Band zugrunde gelegt hat.

Den hat Schmieder in fünf Abschnitte untergliedert, die als eigenständige Kapitel die Leser auf ihrer Reise von Süd nach Nord führen. Jedem Kapitel geht eine übersichtliche Karte voran, auf der die Tipps und Entdeckungen der folgenden Seiten verortet werden. In der Regel widmet sich dann jeweils eine Doppelseite, manchmal auch mehr, den jeweiligen Zielen – reich bebildert, mit kompakten, aber wichtigen Informationen.

Schmieders „Markgräflerland“ ist kein Lesebuch im eigentlichen Sinne, sondern eher ein Nachschlagewerk mit ungeheurem Nutzwert. Piktogramme zu jedem Regio-Tipp zeigen auf einen Blick, um was für eine Art von Ziel es sich handelt, Infos zu Öffnungszeiten und Erreichbarkeit (sowohl mit dem Privat-Pkw als auch mit dem ÖPNV) werden durchgängig mitgeliefert.

Als Gastroführer eignet sich das Buch nur bedingt – hier ist die Auswahl deutlich willkürlicher als bei den sonstigen Ausflugszielen. Wer solide Empfehlungen zu renommierten Winzern der Region, aber auch zu Gasthäusern, Cafés und Bistros sucht, wird aber auch hierbei fündig. Schön ist auch, wie Schmieder die eine oder andere traditionsreiche Veranstaltung des Markgräflerlandes mit in seinen Führer eingearbeitet hat.